Aufsatteln, Wandern und Biken

Die kleine Balkan-Republik Montenegro hat nur etwas mehr als 600.000 Einwohner und eine Fläche so groß wie Schleswig-Holstein. Während der internationale Tourismus die Küste Montenegros mit der Bucht von Kotor und dem malerischen Budva schon lange entdeckt hat, ist der gebirgsreiche Norden mit seinen großen Naturparks und romantischen Seen noch ein Geheimtipp.

Als Ausgangspunkt für den Weg in die Berge ist der kleine Ort Kolašin auf 850 Metern Höhe gut gewählt. Die Fahrt dorthin geht vorbei an dichten und dunklen Wäldern, die dem Land seinen Namen gaben. Der serbisch/ montenegrinische Name „Crna Gora“ – Schwarzer Berg – ist abgeleitet vom venezianische Monte Negro. Der Nationalpark Biogradska Gora macht diesem Namen alle Ehre, hier befindet sich einer der letzten Urwälder Europas. Demgegenüber dominieren im nicht einmal 20 Kilometer entfernten Sinjajevina Gebirge große Bergweiden, gesäumt von schroffen Kalksteinfelsen. Die Tara, der längste Fluss Montenegros, hat hier über Jahrtausende eine stellenweise bis zu 1300 Meter tiefe Schlucht in das Felsgestein gegraben und bildet damit einen der längsten und tiefsten Canyons der Welt. Die Bergwelt lässt sich nicht nur in Wanderschuhen erkunden, sondern auch auf dem Rücken von Pferden. Zahlreiche Gestüte, wie das von Mirko und Andjela Šepanovi, bieten Ausritte in die Bergwelt an.

Ausritt im Nationalpark Biogradska Gora. Fotos: Ronald Keusch

Ein besonderes Schmuckstück im Norden Montenegros ist der Nationalpark Durmitor mit dem Schwarzen See. Umgeben vom dunklen Nadelwald wird der See in eine smaragdgrüne Farbe getaucht. Das kleine Städtchen Žabljak auf 1500 Metern Höhe ist ein beliebter Ausgangspunkt für Touren in den Nationalpark. Hier gibt es zahlreiche Familien-Bauernhöfe, die sich dem Agrar-Tourismus verschrieben haben, wie der Hof von Zoran Pavievi. Er bietet einfache Übernachtungen und eine gute Hausmannskost, natürlich mit Produkten vom eigenen Hof.

Das Touristenzentrum Vučje im Herzen der montenegrinischen Berge ist im Winter ein angesagtes Skigebiet. In den übrigen Jahreszeiten zieht es Wanderer, Reiter und Radtouristen an. Ein Höhepunkt der Kulinarik ist das exklusive Schinkenangebot – das Touristikzentrum hat ein eigenes Schinkenlager mit Räucherkammer. Überall in Montenegro gibt es Angebote für Biker, mit Ausleihstationen für E-Bikes und Fahrrad-Werkstätten. Eine beliebte Tour führt zu einem der Sightseeing Höhepunkte im Südosten von Montenegro – zum Skadar-See. Er ist der größte See auf dem Balkan und mit seinen Feuchtgebieten ein Vogelparadies. Wer hier unterwegs ist, sollte eines der vielen Weingüter besuchen, wie zum Beispiel das Weingut Jablan bei Rijeka Crnojevića.

Mit dem E-Bike am Skadar-See

Als Ausgangspunkt für den Urlaub in der Bergwelt Montenegros bietet sich die Hauptstadt Podgorica an. Es gibt mehrere Direktflüge in der Woche von Berlin nach Podgorica. Zahlungsmittel ist der Euro. Die Übernachtungsmöglichkeiten sind vielfältig – neben familiären Quartieren auf Bauernhöfen oder Weingütern gibt es auch einige Hotels mit internationalem Anspruch, wie das 4-Sterne Swissôtel in Kolašin.

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