Wenn die Natur in den Winterschlaf sinkt, die Ruhe sich wie ein Mantel um die Menschen schmiegt und es an der Zeit ist, die alten Sagen zu erzählen, zeigt der Spreewald seinen urwüchsigen Charakter. Die natürliche Schönheit des Biosphärenreservats lässt viel Raum für Entdeckungen.
Spreewald ohne Kahnfahrt ist wie Weihnachten ohne Tannenbaum. Und so gibt es von November bis März an ausgewählten Häfen die beliebten Glühweinkahnfahrten, wie die Winterkahnfahrten genannt werden. Kuscheldecken und heiße Getränke sind an Bord. Besonders romantisch sind die Kaminfahrten, die in Burg und Lübben starten und nach rund eineinhalb Stunden auch dort wieder ankommen. Zur Jahreszeit passend gibt es verschiedene Themenkahnfahrten, es wird sagenumwoben, mythisch oder gar kriminell. Die Cottbuser Krimi-Autorin Franziska Steinhauer liest am 2. und 3. Advent auf dem Weihnachts-Krimi-Kahn. Dabei bietet der Spreewald alle Zutaten für eine schaurige Tour: Es ist mucksmäuschenstill, die Äste der kahlen Bäume skizzieren allerlei Wesen, manchmal touchiert ein Ast den Kahn, auf dem an jedem Tisch ein Kaminfeuer brennt. Frieren braucht niemand, aber gespenstisch kann es schon werden, denn bei Franziska Steinhauer geht es schnell hart zur Sache. Meist bleibt es nicht bei einem Toten … Wer die winterliche Stille ganz pur genießen will: Die Glühweinfahrten können individuell gebucht werden.
Paddeln gehört traditionell zu den beliebtesten Aktivitäten im Spreewald und das nicht nur in den warmen Monaten des Jahres. Da sich nur wenige mit den Paddelbooten durch die frostigen Auenlandschaften und den kühlen Nebel wagen, kann bei einer Winterpaddeltour die Landschaft in ihrer Stille noch mehr genossen werden. Wichtig für einen perfekten Naturgenuss: dicke Wollmütze und warme Kleidung, am besten im Zwiebellook. Ganz Mutige wagen sich auch in dieser Jahreszeit auf das Board. Der Stand SUP-Paddling Verleih von Martin Fix in Burg bietet extra breite Boards, Thermo-Schuhe und eine ausführliche Einweisung, damit sich Anfänger und Profis entspannt durch die ruhigen Fließe des Spreewaldes schlängeln können.
Nach den Aktivitäten auf dem Wasser ins Wasser? Autorin Franziska Steinhauer empfiehlt zur Entspannung – und auch zum Erwärmen – die Spreewald Therme in Burg. Ein Ort der Ruhe und Behaglichkeit. Direkt unter der Therme entspringt in 1.350 Metern die wertvolle Thermalsole, die dem Ort in diesem Jahr das neue Kurortprädikat „Thermalsoleheilbad“ bescherte. Fertig geschnürt ist das Paket „Winter-Wohlfühlzeit“ für Therme und Thermen Hotel gleich nebenan. Von dem aus kommt der Gast leger im Bademantel in die Therme, in der Bade-, Wellness-, Sauna-, Fitness- und Gastronomieangebote mit dem Spreewald verbunden sind. Die Spreewald Therme in Burg, das Spreewelten Erlebnis-, Freizeit- und Spaßbad Lübbenau, die Lagune in Cottbus und natürlich Tropical Island bilden ein vierblättriges regionales Kleeblatt, das bei jedem Wetter Gesundheit und Wohlbefinden stärkt. Ruhe ist mitgebuchter Bestandteil der winterlichen Kutschfahrten, die durch Lübben, Lübbenau, Burg und die Spreewalddörfer Lehde und Leipe führen.

Foto: TMB/Malte Jäger
Noch mehr Lust auf Spreewald? Im Spreewald-Museum Lübbenau gehen die Besucher auf eine Zeitreise in den Alltag einer Spreewaldstadt vor 150 Jahren, als exotische Produkte wie Kaffee, Kakao und Gewürze in den Regalen des Kolonialwarenladens dufteten. Das Museumskaufhaus hat auch einen Bahnanschluss. Hier steht gepflegt und behütet die Dampflok 99 57 03 samt kombinierten Personen- und Packwagen der berühmten Spreewaldbahn.
Doch all den Aktivitäten setzt der Frost die Eis-Krone auf: Wenn die Wasserarme zufrieren, verwandeln sich die Fließe in eine 1.500 Kilometer lange Eisbahn. Auf Schlittschuhen lassen sich lange Touren unternehmen. Am Wegesrand liegen entlegene Dörfer, Gehöfte und Ecken, die sonst nur per Kahn erreichbar sind. Verlockend, aber durchaus herausfordernd ist es, auf den Fließen die Strecke von Burg bis Lübbenau mit Schlittschuhen zu bewältigen. Mancher Spreewälder schwört auf seine „Holländer“. Das sind lange Kufen, die direkt unter die Schuhe geschnallt werden. Manchmal begegnet man in – den zugegeben immer seltener werdenden – Spreewälder Eiszeiten den historischen Stoßschlitten. Partner, Kinder, Gepäck, Transportgut werden in den Schlitten gepackt und dann wird von einem kräftigen Menschen das Gefährt übers Eis geschoben.
Der Besuch im Spreewald wäre ohne den Genuss der typischen regionalen Spezia-
litäten nur halb so gut. Dazu gehören natürlich die berühmten Spreewaldgurken, Plinsen (Kartoffelpuffer), Karpfen und Hecht. Produkte wie Leinöl, Meerrettich und Konfitüren eignen sich bestens als Mitbringsel. Ein verlockender Restaurant-Tipp kommt von Krimi-Autorin Franziska Steinhauer: die Bleiche in Burg. Das Gourmet-Abendmenü mit vielen Zutaten aus der Region wird hier täglich von Küchenchef Alexander Müller und seinem Team frisch zubereitet. Ein Spaziergang im Park rund um das renommierte Wellness-Hotel steigert nicht nur den Appetit, sondern auch die Lust, noch viel mehr Spreewald zu entdecken.
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www.franziska-steinhauer.de
www.sup-spree.de
www.spreewald-therme.de