Designpreis Brandenburg mit Rekordbeteiligung

Der Designpreis Brandenburg wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz ausgelobt. Am 30. Oktober wurden in der Landesvertretung Brandenburgs in Berlin die Nominierten bekanntgegeben.

Vom 1. August bis 18. Oktober 2025 lief die Einreichungsfrist für den Designpreis Brandenburg 2025. Aus knapp 150 Einreichungen wurden 31 Projekte ausgewählt – so viele wie noch nie. Damit ist die Anzahl der eingereichten Projekte für den Wettbewerb Designpreis Brandenburg im Vergleich zum Vorjahr um rund 50 Prozent gestiegen. Die hohe Qualität und Vielfalt der Beiträge machten die Auswahl für die elfköpfige Jury besonders anspruchsvoll.

„Die zunehmende Anzahl der eingereichten Projekte zeigt die große Relevanz des Designpreises und die Dynamik der Designszene in Brandenburg. Unsere Nominierten repräsentieren die Vielfalt und Kreativität dieser Branche und spiegeln das Engagement sowie die Innovationskraft wider, die sie prägen. Sie verdeutlichen, wie kreatives Design und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können, so Wirtschaftsminister Daniel Keller. Der Preis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Prämiert werden herausragende Leistungen in den Kategorien Produkt- und Industriedesign, Kommunikationsdesign, Digital Design, UX/UI und Gamedesign.

Im Folgenden stellen wir sechs interessante Nomierungen vor

Die Preisträgerinnen und Preisträger werden am 15. Dezember 2025 im Filmmuseum Potsdam bekannt gegeben. Anschließend sind alle nominierten und ausgezeichneten Arbeiten bis zum 21. Dezember 2025 in einer Ausstellung im Kutschstall Potsdam zu sehen.
von Annett Ullrich

Weitere Informationen unter www.designpreis-brandenburg.de


Orangenkistenplakate-Buch
eingereicht von: Betina Müller

Die farbenfrohen Plakate, die einst die Stirnseite der hölzernen Apfelsinenkisten aus Spanien zierten, um Handel und Verbraucher zum Einkauf gerade dieser Orangen zu bewegen, blieben damals wenig beachtet. Dabei hatten hervorragende Künstler der Region Valencia über Jahrzehnte Tausende von Orangenkistenplakaten geschaffen, auf denen nicht allein Apfelsinen in jeder denkbaren Rolle zu sehen waren. Die Entdeckung dieser Bildkultur verdanken wir Sammlern wie Dirik von Oettingen, der mit den hier gezeigten Beispielen Einblick in seine großartige Sammlung gibt.


TheaterWalde (Branding)
eingereicht von: Erik Burdach

Mit TheaterWalde entsteht in Eberswalde ein kultureller Ort, der bisher gefehlt hat. Ein Raum, in dem sich Menschen begegnen, Kunst sichtbar wird und Gemeinschaft wachsen kann. Das Erscheinungsbild übersetzt die Haltung des Hauses in eine eigenständige visuelle Sprache mit dem Kreis als alles verbindendes Element. Die Bildwelt basiert auf gerasterten Collagen, in denen unterschiedlichste Elemente zusammenkommen und passend zum Claim „Kultur verbinden.“ neue Welten erschaffen.


Lesbisches Leben in der DDR
eingereicht von: Benedict Dorndorf

„Der Sozialismus kennt keine Randgruppen“ ist eine Sammlung aus Archivmaterial und Artikeln, die sich mit lesbischem Leben in der DDR beschäftigen und entstand in Kooperation mit dem Archiv des Schwulen Museum in Berlin. Das Buch soll einen Eindruck über das Leben lesbischer Frauen in Ostdeutschland zwischen Nachkriegszeit und Wiedervereinigung vermitteln. Das Layout orientiert sich am Titel und greift die – formal nicht existierende – Randgruppe als grafisches Störelement auf. Die Punkte auf dem Cover markieren Orte in der DDR, in denen lesbische Gruppen aktiv waren. Im Inhalt sitzen die verschmierten Seitenzahlen markant über den formalen Fußnoten und erzeugen so eine Irritation im Lesefluss und einen Bruch mit gängigen Layout-Konventionen.


Kneipenchorfestival
eingereicht von: Betty Zepernick

2025 hat sich der Potsdamer Kneipenchor (PKC) mit dem ersten eigenen Festival einen Traum erfüllt und dafür ein Design geschaffen, das Gemeinschaft, Musik und regionale Identität in einer unverwechselbaren visuellen Sprache vereint. Unter dem Motto „Potsdam welcomes die Kneipenchor-Community“ stand das Erscheinungsbild für Offenheit, Lebensfreude und die verbindende Kraft des Chorsingens.Die Typografie zitiert das PKC-Logo, schwungvolle handgezeichnete Buchstaben transportieren Bewegung und Musikalität. Violett und leuchtendes Orange wirken aktivierend, optimistisch und schaffen hohe emotionale Wiedererkennung.


zum Schluss
eingereicht von: Florian Albrecht

Der gegenwärtige Umgang mit Tod, Trauer und Bestattung ist geprägt von der gesellschaftlichen Transformation, die sich in der Bestattungskultur durch Pluralismus und Individualität ausdrückt und zugleich im Wandel ist. Die Urne ist die letzte Gestalt, in der Eigenschaften, Leidenschaften und das Leben des Verstorbenen projiziert werden. Die Arbeit verfolgt das Ziel einer zeitgemäßen Interpretation des archetypischen Gefäßes. Durch die manuelle Herstellung und das archaische Brennverfahren des Rauchbrand entstehen nicht reproduzierbare Unikate. Die Spuren des Feuer und Rauches hinterlassen unvorhersehbare und zufällige Oberflächengestaltung.


URBN HOOP® – Streetballkorb
eingereicht von: Heiko Patzer

Der URBN HOOP® wurde in Brandenburg entwickelt, um Streetball neu zu denken – als Verschmelzung von Ingenieurskunst, Design und Kultur. Herkömmliche Netze reißen, verhaken sich oder fehlen ganz. Der URBN HOOP® löst dieses Problem mit einem patentangemeldeten, reibungsfreien Netzsystem aus eigens entwickelten Seilkonnektoren und Ellipsenknoten. Das Paracord-Netz wird präzise geführt, verschraubt und erzeugt den typischen Swish-Moment – klar, kraftvoll und dauerhaft spürbar. Das De-
sign folgt architektonischer Logik: minimalistisch, präzise und kompromisslos funktional. Seine Formsprache ist reduziert, urban und auf Langlebigkeit angelegt.


RS ZERO von Stadler
eingereicht von: Julia Bülow

Der STADLER RS ZERO ist ein innovatives Fahrzeugkonzept für ein- und zweiteilige Nahverkehrstriebzüge mit klimaneutralem Wasserstoff- oder Akkuantrieb. Speziell für nicht oder nur teilweise elektrifizierte Nebenstrecken entwickelt, verbindet der RS ZERO nachhaltige Technologie mit gestalterischer Freiheit. Die technische Architektur – mit Komponenten im Unterflurbereich und auf dem Dach – schafft maximale Flexibilität für die Innenraumgestaltung und ermöglicht einen durchgehenden Niederflurbereich mit Einstiegshöhen ab 550 mm für barrierefreies Einsteigen. Damit steht der RS ZERO für eine neue Generation regionaler Mobilität: emissionsfrei, wirtschaftlich und gestalterisch wegweisend.