Mittelstand = Motor für Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Raúl Comesaña Macias im Gespräch mit Mario Schmidt – Fotos: Annett Ullrich

Unter dem Leitgedanken „Starker Mittelstand mit hoher gesellschaftlicher Verantwortung zum Erhalt der sozialen Marktwirtschaft“ lud der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) am 4. Juni 2026 zu seinem traditionellen Jahresempfang in die Schinkelhalle nach Potsdam ein. Mehr als 150 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nutzten die Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung.

Birgit Derwanz-Dahlmann, BVMW-Repräsentantin für die Wirtschaftsregion Brandenburg, begrüßte die Gäste und dankte den Sponsoren, die die Veranstaltung ermöglicht hatten. Zu den Ehrengästen gehörten Dr. Hans-Jürgen Völz, Bundesgeschäftsleiter Volkswirtschaft des BVMW, Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel sowie Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle.

Markt

In seiner Grundsatzrede betonte Dr. Hans-Jürgen Völz die Bedeutung der sozialen Marktwirtschaft als Fundament des deutschen Wohlstands. Aber auch: „Ohne Markt geht die soziale Marktwirtschaft nicht“, stellte er klar. Und ohne Mittelstand gebe es keinen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Passend dazu berichteten mehrere Unternehmer über ihre Erfahrungen. Gerald Rynkowski, Geschäftsführer der Veinland GmbH aus Neuseddin, forderte schnellere Entscheidungen in der Verwaltung. Unternehmen müssten flexibel auf Kundenanfragen reagieren können. Voraussetzung dafür seien effiziente Prozesse und ein konsequentes Erkennen von Störfaktoren.

Uwe Hädicke, Geschäftsführer der Airport Berlin-Neuhardenberg GmbH, schilderte die Herausforderungen bei der Entwicklung des ehemaligen Militärstandorts Neuhardenberg. Bürokratische Hürden und mangelndes Vertrauen seitens der Behörden hätten anfänglich die Investitionen erschwert, mittlerweile liefe die Zusammenarbeit besser.

Marktwirtschaft

Im Gespräch mit Moderator Mario Schmidt warb Raúl Comesaña Macias, Geschäftsführer der BBF Gruppe, für ein stärkeres Bewusstsein von Politik und Verwaltung für die Bedeutung von Unternehmen. Unternehmer schafften Arbeitsplätze, investierten und trügen Risiken. Gleichzeitig werde Unternehmertum häufig negativ dargestellt. Besorgt zeigte er sich darüber, dass immer mehr Hochschulabsolventen eine Karriere im Staatsdienst anstreben. Sein Ziel sei es, junge Menschen wieder stärker für Unternehmertum und Selbstständigkeit zu begeistern. Auch Noosha Aubel unterstrich die Bedeutung kleiner und mittelständischer Unternehmen für die Region. Sie hob hervor, dass sich viele Betriebe weit über ihre wirtschaftliche Tätigkeit hinaus engagierten und versprach: „Lassen Sie uns im Dialog bleiben, unsere Türen stehen auf.“ Ministerin Dr. Manja Schüle bezeichnete Unternehmen als entscheidenden Faktor für die Zukunft Brandenburgs. Der Staat müsse ein verlässlicher Partner sein und den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktfähige Anwendungen fördern. Denn: „Wissen, das nicht transferiert wird, wirkt nicht.“

Verantwortung

Christopher A. Hecht, Director des Start-up Zentrums Hangar Strausberg, erinnerte daran, dass die soziale Marktwirtschaft nicht von Algorithmen entwickelt wurde. Gerade in einer digitalisierten Welt bleibe Menschlichkeit ein entscheidender Erfolgsfaktor, der sich nicht durch Technologien ersetzen lasse. Wie gesellschaftliche Verantwortung konkret gelebt wird, zeigte sich zum Abschluss der Veranstaltung. Jannis Wlachojiannis stellte die Arbeit der Kinderhilfe e.V. vor. Raúl Comesaña Macias überreichte einen Spendenscheck über 1.000 Euro, weitere Spenden wurden während der Veranstaltung gesammelt. Damit setzte der Mittelstand erneut ein Zeichen für sein gesellschaftliches Engagement und seine Verantwortung in Brandenburg.

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