Welches ist das größte von Menschenhand geschaffene Wasserrevier Europas? Es ist das Lausitzer Seenland. Pünktlich zum Start der Wassersportsaison 2026 ist die Region im Dreieck zwischen Luckau, dem Cottbuser Umland und dem sächsischen Niesky um eine Attraktion reicher. Am 29. Juni verschmelzen die aus gefluteten Tagebauten entstandenen Seen durch schiffbare
Kanäle zu einem gemeinsamen Verbund.
Leinen los heißt es in diesem Sommer im Neu-Seenland, das mit dem Slogan „Fünf Seen – ein Erlebnis!“ für einen Besuch wirbt. Eins der Letzten Puzzleteile für das ambitionierte Wasser-Projekt war der Sedlitzer See, der seit April für alle möglichen Freizeitvergnügen genutzt werden kann. Er ist nicht nur das größte Gewässer im Lausitzer Seenland, sondern auch die zentrale Drehscheibe des Seenverbunds, denn erstmals werden nun fünf schiffbare Seen durch Kanäle miteinander verbunden: der Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See. Eine Wasserfläche von 5.300 Hektar lädt zu Aktivitäten auf, im und am Wasser ein. Die IBA-Terrassen mit Seebrücke und Weinberg am Großräschener See, der Aussichtsturm „Rostiger Nagel“ am Sornoer Kanal und der rot-weiß gestreifte Leuchtturm am Geierswalder See sind Ausflugsziele, die viel über die Region erzählen. Erst auf den zweiten Blick erahnt der Besucher die jahrzehntelange Arbeit, diese einst gebeutelte Landschaft nutzbar zu machen. Hier fraßen sich die Kohlebagger durch die Lausitz, ganze Dörfer verschwanden. Was blieb, war eine Mondlandschaft mit tiefen Löchern und hohen Abraumhalden. Erst nach dem Aus für den Braunkohletagebau im 20. und beginnenden 21. Jahrhundert bekam die Natur eine neue Chance. Die Seen bildeten sich durch Flutung von Tagebaurestlöchern. Im Ergebnis entstanden und entstehen noch immer Landschaften, die neue Perspektiven eröffnen für die Menschen vor Ort und den Tourismus der Region. Insgesamt sind in den zurückliegenden Jahrzehnten u. a. in den Bau von Kanälen, deren schifffahrtstechnische Ausstattung, den Bau von Stränden, Schiffsanlegern und Radwegen mehr als 80 Millionen Euro Fördermittel des Landes geflossen. An vielen Orten der Region bleiben die Zeugnisse der Industrie von einst durch Ausstellungen, Informationen vor Ort und Veranstaltungen erlebbar. Und wer mit Einwohnern ins Gespräch kommt, erfährt all die Geschichten von verlassenen Dörfern, der Arbeit und dem Leben in der Braunkohle. Ein Gefühl für die steppen- und canyonartigen Tagebaulandschaften vermitteln die Touren per Jeep oder Quad, die mehrere Anbieter im Programm haben. Für Radfahrer gibt es verschiedene gut ausgewiesene Entdeckertouren, so die ENERGIE-Route, die Niederlausitzer Bergbautour, die Seenland-Route oder der Fürst-Pückler-Radweg.

Mit dem Boot ohne Umsetzen von See zu See
Das Lausitzer Seenland macht einen Landschaftswandel erlebbar. Bootstouren, Surfen, Angeln, Baden … Der vernetzte Seenverbund von fünf schiffbaren Seen durch Kanäle lässt die Vision vom ausgedehnten Wasserwandern Wirklichkeit werden. Bootsvermietungen und Kartenmaterial machen den Einstieg leicht. Sportboote bis 15 PS, führerscheinpflichtige Motorboote, Flöße, kleine Hausboote und Kanus kann man am Stadthafen und im Hafencamp am Senftenberger See sowie bei Charterunternehmen am Geierswalder See mieten. Eine persönliche Einweisung gehört bei der Bootsausleihe ebenso dazu wie passendes Kartenmaterial. Die Faltkarte „Schiffbarer Seenverbund“ informiert über Regeln und Besonderheiten der schiffbaren Gewässer und Kanäle. Festmachen können die Boote an den Häfen, Marinas, Wasserwanderrastplätzen und Anlegestellen am Senftenberger, Geierswalder und Großräschener See. Hier gibt es nicht nur Gastliegeplätze und Slipmöglichkeiten, sondern auch sanitäre Anlagen sowie Restaurants und Cafés. Die Stadthäfen Senftenberg und Großräschen bieten außerdem die nötige Elektro- und Wasserversorgung. Neu ist der Hafen in der Sedlitzer Bucht südlich der Ortslage Sedlitz. Ein Multifunktionsgebäude mit Sanitäranlagen, Kiosk und Mehrzweckraum in Form eines umgedrehten Kanus soll bis 2027 entstehen. Geplant ist zudem eine Anlegemöglichkeit am Sornoer Kanal, unterhalb des Aussichtsturms „Rostiger Nagel“. Genutzt werden kann bereits der Schwimmenden Steg auf dem Sedlitzer See.
Barrierefreiheit
Das Lausitzer Seenland wurde in das bundesweit anerkannte Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ aufgenommen. Voraussetzung ist das Vorhandensein geprüfter Angebotsbündel aus Unterkünften und Erlebnissen. Es gibt ein breites Spektrum barrierefreier Unterkünfte vom Campingplatz über die ressortähnliche Ferienanlage mit Ferienhäusern bis zum Strandhotel. Zu den empfohlenen Ausflugshighlights gehören die auch für Handbiker und Rollifahrer komfortabel ausgebauten Seerundwege sowie u. a. die Festung und der Stadthafen Senftenberg. Auch mehrere barrierefreie Restaurants und Sauna-Flöße finden sich in den Urlaubspaketen. ZU finden entweder unter: www.reisen-fuer-alle.de oder in der Broschüre „Lausitzer Seenland für Alle“, die unter www.lausitzerseenland.de kostenfrei bestellt werden kann.

Naherholung mit Wau-Effekt
Das Lausitzer Seenland gehört auch mit vielfältigen, teilweise ungewöhnlichen Angeboten für Urlauber mit Vierbeinern zu den Vorreitern für hundefreundlichen Urlaub in Brandenburg. Insgesamt elf hundefreundliche Strandabschnitte finden sich an Bärwalder, Dreiweiberner, Geierswalder, Großräschener, Halbendorfer und Senftenberger See. Hund und Halter sind hier ungestört in abgegrenzten Bereichen mit flachen Uferzugängen, die sich häufig in Laufweite von Imbissen oder Strandbars befinden. An einigen Badestellen steht sogar Frischwasser für den Napf bereit. Zum Spazieren und Genießen mit Hund lädt der Findlingspark Nochten ein. Die Anlage ist europaweit einmalig: Landschaftsarchitekten haben hier 7.000 skandinavische Findlinge zu einer etwa 20 Hektar großen Parklandschaft arrangiert. Es gibt sieben Parkbereiche mit liebevoll gepflegten Themengärten. Ein Erlebnispfad und die Dauerausstellung „Abenteuer Eiszeit“ vermitteln Wissenswertes über Botanik und Geologie der Region. Für Pausen bieten sich zwei Spielplätze oder das hundefreundliche Café & Bistro Stein-Zeit an. Vom 25. bis zum 27. September gibt es sogar erstmals ein Hundefestival in der Region. Das „Beat & Bark“-Festival wird von den Veranstaltern StrongDog und Hundeschule Tierisch Aktiv organisiert. Die Location ist außergewöhnlich: das Besucherbergwerk F60 in Lichterfeld. Die stillgelegte Abraumförderbrücke am Bergheider See ist ein Monument der Industriekultur, eine gigantische, begehbare Maschine aus 11.000 Tonnen Stahl – 500 Meter lang, fast 80 Meter hoch! Umgeben ist der „Liegende Eifelturm der Lausitz“ von einem weitläufigen Freigelände. Auf dem Programm des Festivals stehen vielfältige Workshops und Aktivitäten wie Agility, Dogdance, Dog-Frisbee, Doggi-Golf, Natural Dogdiving oder SUP mit Hund. Zum freundschaftlichen Wettkampf laden Nacht- und Hindernisläufe. Die Teilnehmer campen mit Zelten und Wohnmobilen direkt an der F60.
Weitere Infos dazu: www.lausitzerseenland.de/urlaub-mit-hund.
www.lausitzerseenland.de/5-seen-1-verbund